Farbe und Demenz

Farben-und-DemenzDie Erfahrung zeigt: Im frühen und mittleren Stadium einer Demenzerkrankung finden sich viele Menschen noch gut zurecht in ihrer gewohnten und vertrauten Umgebung. Doch um so mehr die Krankheit fortschreitet, je mehr Unterstützung ist erforderlich. Ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit sind wichtig, egal ob in der häuslichen Umgebung oder in einem Pflegeheim.

Unruhige und aufregende Situationen: starke Muster, knallige Farben, spiegelnde und strukturierte Flächen können Demente zusätzlich verwirren. Langweilig und steril darf das Zimmer allerdings auch nicht sein.

Das Langzeitgedächtnis wird durch die Wellenlängen von Rot und Gelb besonders angesprochen und somit werden alle Farbtöne in diesem Bereich als sehr angenehm empfunden. Rot sollte jedoch auf großen Flächen gemieden werden, da es leicht zu Aggressionen und Überreizungen führt. Kleine Accessoires wie Blumen oder Kissen können depressive und antriebsschwache Patienten jedoch anregen. Gelb in der richtigen Mischung wirkt positiv auf jeden Menschen und bringt Sonne in den Raum. Blautöne beruhigen und entspannen, wirken aber auch kühl und können als grau empfunden werden. Grün harmonisiert, stimuliert und wird mit Natur und Kreativität assoziiert. Orange regt die Kommunikation an und fördert die sozialen Kontakte. Es wirkt belebend und appetitanregend. Es eignet sich bspw. hervorragend für Gemeinschafträume. Für eine gute Orientierung sollten Flure und Räume in unterschiedlichen Farben gehalten und mit wiedererkennbaren Akzenten versehen werden.

Grundsätzlich erfolgt jede Raumgestaltung ganz individuell, je nach Vorlieben und Gewohnheiten, Raumgröße und Lichtsituation. In den meisten Pflegeheimen gibt es die Option, das Zimmer zu gestalten und somit die Vorlieben und auch die durch die Krankheit verursachten Empfindsamkeiten zu berücksichtigen. Diese Möglichkeit sollte auf jeden Fall genutzt werden, am besten mit professioneller Unterstützung 🙂

 

 

 

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